Mittwoch, 16. August 2017



Soldaten zum Beispiel, ja. Da heißt das nicht einfach, der ist nicht mehr. Heißt auch nicht, der ist tot. Der Umstand, durch den ein Soldat das Leben verliert, habe ich gelesen, entscheidet, was zu sagen ist. Ob der nun ein Gefallener oder ein Getöteter ist. Muss man sich mal vorstellen, als würde das irgendwas ändern. Vor allem für die, die da eben noch sind und noch Jahre vielleicht bleiben. Gefallen ist der Soldat nämlich nur, habe ich gelesen, wenn der durch gegnerische Fremdeinwirkung zu Tode gekommen ist. Ansonsten ist der getötet. Was weiß ich, wenn ein Panzer aus eigener Reihe den umfährt oder so. Oder wenn der rennt, weil der vielleicht vor Gegnern flüchtet und dann einen Herzinfarkt hat. Dann ist der nicht gefallen, wenn der denn dadurch gestorben ist, also durch den Herzinfarkt. Aber getötet ist der dann doch auch nicht, ist eben gestorben, wie wir Nichtsoldaten sterben. Oder?

Wie kommen denn Soldaten zu Tode, wenn nicht durch gegnerische Fremdeinwirkung, und ist das nicht sowieso doppelt gemoppelt. Ist der Gegner nicht immer der Fremde? Sollte es eine nicht gegnerische Fremdeinwirkung geben? Das verstehe, wer wolle. Wenn es also aus den eigenen Reihen kommt, oder? Dann ist das nicht gegnerisch, aber wohl doch ein Fremdeinwirken.

Aber da hält man vielleicht auch besser die Klappe drüber. Über tote Soldaten spricht keiner gern. Über die Gefallenen, ja. Zu deren Ehren und so. Aber zum Beispiel über die, die sich selbst das Leben nehmen, also durch Selbsteinwirkung sterben. Da spricht doch keiner drüber. Warum die das machen oder wie viele das schon gemacht haben. Über Selbstmord zu reden ist eh ganz schwer. Selbsttötung. Ist schon ein hartes Wort und die Tat erst. Die können einem leidtun.

Was rennen die denn auch mit den Waffen durch die Wüste. Wird doch keiner gezwungen. Ich kenne einen, der das gemacht hat, aber der spricht da auch nicht drüber. Hält immer fein die Klappe oder sagt, sie hätten nur Straßen in die Wüste gelegt. Hübsch den ganzen Wüstensand asphaltiert.

Aber wenn du als Soldat durch die Wüste rennst, zum Beispiel, dann hast du dich doch vorher damit auseinandergesetzt, denke ich. Also mit dem Sterben. Da rennst du doch irgendwie dem Tod davon und gleichzeitig jagst du den vor dir her, jagst den Tod anderen in den Nacken, hetzt und hitzt, überhastet und stirbst.

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